Die Punkte auswärts liegen gelassen und den Trainer „verloren“. So kann der letzte Spieltag einer durchwachsenden Saison wohl in aller Kürze zusammengefasst werden, an dem auch der langjährige, stets zuverlässige Mitspieler Wjatscheslaw Nikiforow verabschiedet und in den sportlichen Ruhestand geschickt wurde.
TSG Königslutter : 1. VC Goslar 3:1 (25:22|20:25|25:18|26:24)
Das hat sich der VCG, nach seinem bärenstarken Auftritt und Sieg im letzten Spiel gegen den damaligen Tabellenführer Braunschweig, in Königslutter anders vorgestellt. So traf man auf eine hochmotivierte Gastmannschaft, gegen die kein kontinuierlicher und vernünftiger Spielaufbau gelang. Am Endstand der Tabelle änderte dieses nichts mehr, Goslar bleibt auf 4, Königslutter auf 6, was insgesamt nicht das Potential dieser Mannschaft widerspiegelt.
Satz 1 verlief bis zum 15:15 sehr ausgeglichen, bevor dem Gastgeber 5 schnelle Punkte durch knallharte Sprungaufschläge gelang, die die Goslarer nicht zu entschärfen vermochten.
In Satz 2 nahmen dann die Goslarer die Geschicke mehr in die Hand, setzten sich frühzeitig mit 4 Punkten ab und profitierten von Eigenfehler der jungen Mannschaft aus Königslutter. Der Satz ging somit verdient an die Gäste.
Die Wende war jedoch mit dem Satzgewinn nicht geschafft. Der Siegeswille von Königslutter war an diesem Tag ungebrochen und erinnerte ein bisschen an den Auftritt der Goslarer in ihrem letzten Spiel gegen den Tabellenführer. Die Goslarer konnten jedoch an diesem Spieltag nicht ansatzweise an seine hervorragende Annahme anknüpfen und dem Stellspiel fehlte die Konstanz und Präzision, um dem Angriff mehr Härte und Variabilität zu ermöglichen. Zum Schluss ließ man das Ende des Satzes nur noch über sich ergehen.
Doch der 4. Satz gewann wieder an Attraktivität, in der es keiner Mannschaft gelang, sich nennenswert abzusetzen. Die Ausgeglichenheit zeigte sich insbesondere zur Satzmitte, bei dem es zu dem längsten Ballwechsel der Saison kam, bei dem zuletzt aufgrund Kraftlosigkeit beider Mannschaften kein Angriff mehr zu Stande kam. Dieser Ballwechsel endete dann erfolgreich für Königslutter, was insbesondere psychisch ein Vorteil war. Die Goslarer wurden zum Satzende wieder stärker, insbesondere im Block. Das Satz- und Spielende wurde dann mit einer Fehlentscheidung des Schiedsgerichts durch eine falsche Regelauslegung beim 24:25 besiegelt. Gerne hätten die Goslarer noch ein Tie-Break gespielt, da tröstete auch die Einsicht des Schiedsgerichts nach dem Spiel nur wenig.
Unter dem Strich hat das junge Team aus Königslutter an diesem Tag dennoch verdient gewonnen, da sie es einfach mehr wollten und sich auch in der Saison gut weiterentwickelt haben.
Nach Spielschluss gab Mathias Krosta der Mannschaft bekannt, dass er die Rolle des Trainers nicht weiterführen wird, bedankt sich herzlich bei der Mannschaft für das Vertrauen und die gemeinsame Zeit. Ausschlaggebend hierfür ist sein Gefühl, dass er das Team im Training und Ansprache nicht so erreichte, wie er es sich gewünscht hätte. Er bietet weiterhin als Spieler Unterstützung an, sofern es gesundheitlich möglich ist, und blickt dankbar auf die bisherige Zusammenarbeit zurück. Er betonte sein Wohlwollen für Mannschaft und Verein und würdigt das Engagement aller Beteiligten, während er den Übergang zu einem neuen Trainergespann, vielleicht auch erneut aus der Mannschaft heraus, konstruktiv gestalten möchte. Die Mannschaft bedankte sich für sein Engagement in einer schweren Saison, die durch Ausfälle (gesundheitlich und private Gründe) geprägt war, was die Gestaltung des Trainings erschwerte und die Spieltage häufig aufstellungstechnisch herausfordernd machte.
Goslar bleibt in dieser Spielzeit leider hinter seinen Zielen und steht erstmalig nach Jahren nicht mehr unter der Top 3. Dennoch ist die weitere Einbindung von Nachwuchsspieler gelungen, die sich deutlich weiterentwickelten. Aus diesem Grund darf positiv in die Zukunft geblickt werden, was auch die Hoffnung auf eine schnellere Trainerlösung stärkt.