Mit einem dominanten 3:1 Auswärtssieg, im direkten Duell gegen SV Olympia Braunschweig, sichert sich Goslar sensationell die Vizemeisterschaft.
SV Olympia Braunschweig : 1. VC Goslar 1:3 (19:25|25:22|15:25|19:25)
Nach einem bereits vorzeitig erreichtem Saisonziel (Platz 4 und mehr Einsatzzeiten für die Nachwuchskräfte), reisten die Goslarer zum Auswärtsspiel gegen den direkten Konkurrenten um Platz 2 an. Doch hiervon wollte Trainer Martin Baensch in seinem letzten Spiel als Trainer nichts hören. Vorrangig war, einer bis dato herausfordernden und bereits erfolgreichen Saison, ein gebührendes Ende zu setzen. Hierzu zählt vorrangig, dass alle am Erfolg beteiligten Spieler, sich auch in diesem Topspiel zeigen und beweisen konnten, was sie auch taten und zwar sehr erfolgreich.
Der nach seiner Rückkehr immer mehr in Schwung kommende zweite Zuspieler Frederic Töpfer, erhielt nach seiner letzten Heimspielleistung das Vertrauen und spielte von Anfang an. Auch wenn die Konstanz noch nicht durchgängig zu sehen war, machte er sein bestes Spiel und zahlte das ausgesprochene Vertrauen mit Leistung zurück. Daneben verdiente sich Nachwuchsaußenangreifer Paul Berlet, der sich in dieser Saison weiterhin steigerte, ein Platz in der Startelf. Er zeigte eine engagierte Leistung, wenngleich auch der Druck und das Tempo einer der Topmannschaften der Liga fordernd waren.
Die Braunschweiger wollten sich vermutlich für ihre Heimniederlage am letzten Spieltag aus dem Vorjahr revanchieren, als sich Goslar in einem überragenden Spiel noch die Meisterschaft schnappte. So traten sie mit voller Kaderstärke an und stellten von Anfang an ihre A-Formation auf, gegen die die Goslarer im Hinspiel noch ihre Probleme hatten. Doch nicht an diesem Tag. Die Goslarer waren von Anfang fokussiert, konzentriert und jederzeit bereit, etwaige Fehler eines Mitspielers zu korrigieren. So verlief der erste Satz bis zum 9:9 ausgeglichen. Auf beiden Seiten sorgte ein solides Annahmespiel zu vielen Angriffsszenen. Doch u.a. durch die mitgereisten Fans gepuscht, konnten die Braunschweiger Angriffe immer häufiger geblockt und abgewehrt werden, im Gegenzug konnten die Goslarer Angriffe im gegnerischen Spielfeld untergerbacht werden. Auch die Auszeiten beim 9:13 und 13:19 halfen den Gastgebern nicht viel und Goslar gewann beeindruckend mit 25:19.
In Satz 2 legten die Braunschweiger eine Schippe drauf, Goslar hingegen merkte man ein wenig den intensiven ersten Satz an, zu häufig führten Konzentrationsfehler zu Punktverlusten, sodass schnell ein 2:7 auf der Anzeigetafel stand. Doch den Goslarern gelang es durch punktuelle Spielerwechsel, wieder ins Spiel zurückzukommen und erstmalig beim 10:10 wieder auszugleichen. Vor allem die Einwechselung von Kapitän Sebastian Dorn, brachte im Angriff und der Annahme noch mehr Stabilität. Es folgte eine offene Partie, jedoch konnte man der Schlussoffensive der Gastgeber, die nach einer sehr diskussionswürdigen Schiedsrichterentscheidung folgte, nicht standhalten. Der Satz endete leistungsgerecht 22:25.
Goslar brachte weitere frische Kräfte und erhöhte den Druck und vor allem seine Konstanz. Das Spiel verlief bis zum 9:11 ausgeglichen, doch dann folgte wieder einmal ein starke 10er Aufschlagsserie von Heiner Köhler, die die Braunschweiger nicht unter Kontrolle brachte. Dieses war dann schließlich auch der Schlüssel des Erfolgs für ein am Ende klaren 25:15 Satzgewinn.
Die Braunschweiger wollten nun noch über ein mögliches Tie-Break zum Punkteerfolg kommen, aber das Anfeuern vom lautstarken Fanblock (einfach großartig!) und von der Bank, beflügelte die Goslarer, die sich schnell durch Geschlossenheit und mit einem an diesem Tag mit viel Übersicht und wenig Fehlern aufspielenden Libero Frank Zscheile, 11:5 absetzten. Jedoch konnte das Level nicht durchgezogen werden und beim 11:9 folgte eine Auszeit. Hier stand nicht Taktik im Fokus, sondern durchatmen, sich sammeln und sich wieder auf seine Fähigkeiten besinnen. Dieses gelang auch wieder besser und mündete dann, durch eine aus taktischen Gründen Einwechselung des Stammzuspielers Mathias Kosta, in einen am Ende klaren 25:19 Erfolg. Großer Jubel brach aus: Vizemeister, Vizemeister, hey, hey!
Unter dem Strich steht eine erneut erfolgreiche Saison, wenngleich hier Erfolg nicht nur in der Platzierung gesehen wird. Dennoch ist eine ungeschlagene Rückrunde, mit lediglich 2 verlorenen Sätzen, schon sehr beeindruckend.